Aktuell

Mähboot im Einsatz

Ausgedehnte Bestände von Wasserpflanzen stellen für die Entwässerung der Linthebene ein Problem dar, da sie den Fliesswiderstand in den Kanälen erhöhen. Der dadurch bewirkte Anstieg des Wasserspiegels kann sich bis in die Drainagen auswirken. Ausserdem lagern sich in verwachsenen Gewässern vermehrt Feststoffe ab, was das Durchflussprofil zusätzlich reduziert. Deshalb entfernt unsere Werkgruppe dichte Wasserpflanzenbestände jedes Jahr mit Mähbooten. Die eingesetzten Boote sind speziell auf die Verhältnisse in unseren Kanälen ausgelegt. Dank schmaler Breite und geringem Tiefgang ist der Einsatz selbst in kleineren Gewässern, wie dem Selletgraben in Schänis, möglich. Aus Gewichtsgründen erfolgt die Schnittgutaufnahme nicht im Boot, sondern in eigens eingerichteten Entnahmestellen.


Neubesetzung Sekretariat

Unsere langjährige Sekretärin und Rechnungsführerin Gerda Ricklin verabschiedet sich in diesem Sommer in den wohlverdienten Ruhestand. Frau Ricklin ist im Jahr 2000 zur Linthebene-Melioration gestossen und hat das Sekretariat und die Buchhaltung seither weitgehend selbstständig geführt. Die gesamte Leitung bedankt sich herzlich für die hervorragende Arbeit, die sie im Hintergrund mit ihrer besonnenen Art stets zuverlässig geleistet hat.

Als eine der letzten grossen Aufgaben hat Gerda Ricklin ihre Nachfolgerin Charlotte Hofstetter in das gut organisierte Sekretariat eingeführt. Wir heissen Frau Hofstetter herzlich willkommen im Team!


Pflanzung von artenreichen Hecken

Aufgrund von Unwettern und Krankheiten mussten in der Linthebene im vergangenen Jahr mehrere Bäume gefällt werden. Als Ersatz für den Abgang hat die Werkgruppe der Linthebene-Melioration im Frühjahr 2022 insgesamt knapp 500 einheimische Bäume und Sträucher neu gepflanzt. Die meisten der Gehölze wurden entlang eines Drainagekanals im Doggen eingebracht, wo in den kommenden Jahren eine artenreiche Hecke entstehen soll. Hecken schaffen nicht nur Lebensraum und Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Lebewesen, sie helfen durch ihre Beschattungswirkung auch, die Wassertemperatur in den Sommermonaten tief zu halten. So lässt sich auch an gepumpten Kanälen, wo die wasserseitigen Revitalisierungsmöglichkeiten eng begrenzt sind, eine ökologische Aufwertung erzielen.


Eingriff zugunsten der Hochwassersicherheit von Tuggen

Als Eigentümerin des Tuggenerkanals ist die Linthebene-Melioration verpflichtet, das Gewässer so zu unterhalten, dass der vorhandene Hochwasserschutz erhalten bleibt. Die Niederschlagsereignisse vom Sommer 2021 haben gezeigt, dass innerhalb der Siedlung kaum Kapazitätsreserven für den Wasserabfluss bestehen. Gleichzeitig befindet sich hier aufgrund des geringen Längsgefälles eine ausgeprägte Sedimentationsstrecke. Bei jedem Hochwasser lagern sich Schwebstoffe und Geschiebe ab, was zur Entwicklung von Böschungswülsten und zur Anhebung der Sohle führt (vgl. Fotos).

Um die vollständige Verlandung des Tuggenerkanals zu verhindern, muss dieser in periodischen Abständen entschlammt und die Böschungen nachgezogen werden. Dabei lässt sich eine Beeinträchtigung der vorhandenen Lebensräume nicht verhindern. Aus diesem Grund findet vor einem maschinellen Einsatz jeweils eine Interessenabwägung statt, bei der sowohl der Hochwasserschutz als auch der Schutz der Natur in die Waagschale gelegt werden. Innerhalb der Siedlung Tuggen hat die Linthebene-Melioration im Austausch mit den zuständigen Behörden bewusst entschieden, das hart verbaute Bachprofil auf kurzen Strecken konsequent freizulegen, um danach der Natur während mehreren Jahren wieder Zeit für eine ungestörte Entwicklung zu lassen. Die Erfahrung zeigt, dass die aufgeschürften Böschungen einen raren Pionierstandort bieten und schnell von spezialisierten Pflanzen besiedelt werden. Auch die Ablagerungen in der Kanalsohle und der entsprechende Bewuchs stellen sich bereits nach kurzer Zeit wieder ein und bieten der aquatischen Fauna Schutz und Lebensgrundlage.


Holzschlag im Kaltbrunner Riet

Die Ursprünge des Kaltbrunner Riets gehen auf den Schutz der Lachmöwen anfangs des 20. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1974 wurde der Überrest der einst ausgedehnten Riedlandschaft im Linthgebiet zugunsten ziehender Wasservögel unter internationalen Schutz gestellt. Die Kernzone mit ihren offenen Wasserflächen und Sumpfwiesen bietet den Wasservögeln eine willkommene Raststätte auf ihren weiten Flügen. Das Schongebiet wird von baumbestandenen Gehölzstreifen umsäumt, die teilweise im Eigentum und im Unterhalt der Linthebene-Melioration stehen. Die Linthebene-Melioration richtet ihre Gehölzpflege in diesem Bereich auf die Ziele des Naturschutzgebiets aus.

Die Pro Natura als Haupteigentümerin und Geschäftstellenleiterin des Schutzgebiets hat ein Förderprojekt initiiert zur Wiederherstellung des ursprünglich offenen Charakters der Linthebene. Damit wird eine Vergrösserung des nutzbaren Lebensraums für Wasser- und Zugvögel bezweckt. Zwischen 2022 und 2028 sollen dazu die bestehenden Baumstreifen am Rand der Kernzone in ökologisch wertvolle Nieder- und Mittelhecken umgewandelt werden. Einzelne Bäume wie Eichen oder Kirschbäume bleiben als wertvolle Biotopbäume erhalten. Die Holzerarbeiten starten im Januar 2022 unter der Leitung der Pro Natura St. Gallen - Appenzell.


Zustandserhebung von Sammel- und Hauptleitungen in Benken

Die Linthebene-Melioration ist seit 2019 daran, den Zustand von sämtlichen übergeordneten Leitungen des Drainagesystems systematisch zu erheben. Die Leitungen werden dabei etappiert mittels Kanalspülgerät gereinigt und im Anschluss mit der Kanal-TV Kamera aufgenommen und ausgewertet. Die nächste Etappe erfolgt ab Ende Oktober 2021 im Gebiet Benken und dauert voraussichtlich bis März 2022. Das Einzugsgebiet ist aus den folgenden Plänen ersichtlich: Benknerried-Fischbäche / Widen-Unterhalden


Amphibienlebensraum im Werkhofareal

Der neue Werkhof der Linthebene-Melioration befindet sich in einem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Bei der Umgebungsgestaltung wurde deshalb darauf geachtet, Wanderkorridore nicht zu unterbrechen und potentielle Amphibienfallen zu vermeiden. Zusätzlich wurde auf der Bauparzelle angrenzend an das bestehende Naturschutzgebiet Reumeren eine rund 900 m2 grosse Fläche als Amphibienlebensraum aufgewertet. Auffällig ist die neue Teichzone, die vom Dachwasser der Remise gespeist wird. Speziell für die Gelbbauchunke wurden hier kleine Tümpel mit lehmigem Untergrund und strukturreichen Ufern geschaffen. Der Landlebensraum wird durch zahlreiche Kleinstrukturen aufgewertet, wovon beispielweise die gefährdete Zauneidechse profitiert. Die Arbeiten wurden durch die Werkgruppe der Linthebene-Melioration ausgeführt und konnten mit der Herbstpflanzung von einheimischen Gehölzen abgeschlossen werden.

xeiro ag