Aktuell

Amphibienlebensraum im Werkhofareal

Der neue Werkhof der Linthebene-Melioration befindet sich in einem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Bei der Umgebungsgestaltung wurde deshalb darauf geachtet, Wanderkorridore nicht zu unterbrechen und potentielle Amphibienfallen zu vermeiden. Zusätzlich wurde auf der Bauparzelle angrenzend an das bestehende Naturschutzgebiet Reumeren eine rund 900 m2 grosse Fläche als Amphibienlebensraum aufgewertet. Auffällig ist die neue Teichzone, die vom Dachwasser der Remise gespeist wird. Speziell für die Gelbbauchunke wurden hier kleine Tümpel mit lehmigem Untergrund und strukturreichen Ufern geschaffen. Der Landlebensraum wird durch zahlreiche Kleinstrukturen aufgewertet, wovon beispielweise die gefährdete Zauneidechse profitiert. Die Arbeiten wurden durch die Werkgruppe der Linthebene-Melioration ausgeführt und konnten mit der Herbstpflanzung von einheimischen Gehölzen abgeschlossen werden.


Ersatz von Brückenplatten am Strubengraben

Der Strubengraben in Reichenburg wird zwischen Eisenbahnlinie und Autobahn von mehreren Flurwegen gekreuzt. Die Brückenplatten gehen im rechten Winkel von der bachbegleitenden Strasse ab und erschliessen grossflächiges Wiesland. Da die landwirtschaftlichen Fahrzeuge seit dem Brückenbau Ende 50er Jahre breiter und länger wurden, reichen die verfügbaren Platzverhältnisse im Einlenkbereich heute nicht mehr aus. So müssen Traktoren häufig bis tief in die Wiese ausholen. Von grösser werdenden Fahrzeugkombinationen zeugen auch die Geländer, die wiederholt beschädigt oder gar abgedrückt wurden. Um die Situation zu verbessern, lässt die Linthebene-Melioration im Herbst 2021 drei der Bauwerke mit verbreiterten Platten ausstatten. Gleichzeitig wird das Durchflussprofil der Brücken zugunsten der Hochwassersicherheit leicht erhöht. Die Bauarbeiten dauern von Mitte September bis voraussichtlich Mitte November.


Unwetterschäden in der Linthebene

Am Sonntag, 25. Juli 2021, zog ein heftiger Hagelsturm vom Wägital herkommend entlang der March Richtung Benknerbüchel und hinterliess in den Siedlungen und in der Landschaft eine Spur der Zerstörung. Die Linthebene-Melioration war ebenfalls betroffen mit entwurzelten Bäumen, Astbrüchen und hohen Wasserständen in den Kanälen. Kaum war die Werkgruppe fertig mit den ersten Räumungsarbeiten, entleerte sich bereits das nächste Unwetter an der Bergflanke oberhalb Reichenburg und Buttikon. Die Wildbäche aus diesem Gebiet schwollen in der Folge stark an und trugen Geschiebe und Schwemmholz in die Sammler und Kanäle ein. Unsere Werkgruppe half an den Engstellen mit, grössere Schäden zu verhindern. Das antreibende Holz wurde an der Schwemmgutsperre in der Grynau laufend entnommen. Aus dem Rufibachsammler und dem Schwerzibachsammler wurden an den Folgetagen Hunderte Kubikmeter Geschiebe abgeführt, damit das Sammlervolumen bei einem allfälligen nächsten Unwetterereignis wieder zur Verfügung steht.  


Schafe und Ziegen im Einsatz gegen Neophyten

Die Bekämpfung von Neophyten ist für die Linthebene-Melioration schon seit Jahren eine Daueraufgabe, wobei der Aufwand laufend zunimmt. Goldruten, einjähriges Berufskraut und schmalblättriges Kreuzkraut werden in der Regel mit frühem Schnitt oder durch Auszerren von Hand bekämpft. Der Erfolg zeigt sich meist erst nach einigen Jahren. Gar noch hartnäckiger sind die asiatischen Staudenknöteriche mit ihren bis zu 4 m tiefen, ausschlagfähigen Rhizomen. Ein Bestand dieser invasiven Neophyten befindet sich unterhalb des Schwerzibachsammlers, wo vermutlich schon vor Jahren Sprossteile zusammen mit dem dort abgelagerten Aushub eingebracht wurden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat unsere Werkgruppe die Pflanzen in den letzten Jahren regelmässig gemäht und entsorgt. Leider ohne sichtbaren Erfolg. Bevor aufwändigere Bekämpfungsmethoden zur Anwendung kommen, wird die Böschung gegenwärtig versuchsweise mit Ziegen und Schafen beweidet – ein in der Schweiz noch kaum erprobter Ansatz. Die dafür eingesetzten Kamerunschafe eignen sich dank ihres geringen Gewichts optimal für den Einsatz in der Böschung. Eine erste Zwischenbilanz stimmt zuversichtlich; die jungen Triebe sind bei den Ziegen und Schafen beliebt und werden laufend abgefressen.


Übernahme Zertifikat Schweizer Holz

Beim Bau des neuen Werkhofs in Reichenburg hat die Linthebene-Melioration bewusst auf eine ausgewogene ökologische Entwicklung gesetzt. So stand bereits im frühen Planungsverlauf fest, dass die Tragkonstruktion der Halle und die Fassaden aus Holz gestaltet werden sollen. Der grösste Teil davon stammt aus Schweizer Wälder. Insgesamt wurden 93.4 % oder knapp 330 m3 Schweizer Holz verbaut. Dafür durfte die Bauherrschaft nun das Label Schweizer Holz entgegennehmen. Anlässlich der Übergabe nennt die Geschäftsführerin der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz einige weitere beeindruckende Kennzahlen; das im Werkhof verbaute Holz wächst in lediglich 17 Minuten nach und bindet rund 259 Tonnen des Treibhausgases CO2, die somit langfristig der Atmosphäre entzogen werden. Dies entspricht ungefähr der Menge, die 51 Schweizerinnen und Schweizer in einem Jahr produzieren. Der Entscheid für Schweizer Holz wurde in den Kommissionen gefällt, zum guten Gelingen haben aber auch Planer und Ausführende massgeblich beigetragen.


Arthesischer Brunnen im Gebiet Forren

Seit einigen Wochen sind bei der Gemeinde Schänis wiederholt Meldungen wegen einer möglichen Gewässerverschmutzung im Forrenkanal eingegangen. Eine Abklärung durch einen Hydrogeologen ergab jedoch, dass es sich um einen sogenannten arthesischen Brunnen handelt. Voraussetzung dafür ist der Einstau eines Grundwasserleiters durch eine aufliegende, wasserundurchlässige Schicht. Im vorliegenden Fall tritt das gespannte Grundwasser aus der Sohle des Forrenkanals sprudelnd zu Tage. Bei der leichten Trübung handelt es sich um natürlich gelöste Stoffe aus dem Untergrund.

Die Linthebene-Melioration beobachtet die Entwicklung und führt in regelmässigen Abständen Messungen an der angrenzenden Strasse durch.

xeiro ag