Aktuell

Schafe und Ziegen im Einsatz gegen Neophyten

Die Bekämpfung von Neophyten ist für die Linthebene-Melioration schon seit Jahren eine Daueraufgabe, wobei der Aufwand laufend zunimmt. Goldruten, einjähriges Berufskraut und schmalblättriges Kreuzkraut werden in der Regel mit frühem Schnitt oder durch Auszerren von Hand bekämpft. Der Erfolg zeigt sich meist erst nach einigen Jahren. Gar noch hartnäckiger sind die asiatischen Staudenknöteriche mit ihren bis zu 4 m tiefen, ausschlagfähigen Rhizomen. Ein Bestand dieser invasiven Neophyten befindet sich unterhalb des Schwerzibachsammlers, wo vermutlich schon vor Jahren Sprossteile zusammen mit dem dort abgelagerten Aushub eingebracht wurden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat unsere Werkgruppe die Pflanzen in den letzten Jahren regelmässig gemäht und entsorgt. Leider ohne sichtbaren Erfolg. Bevor aufwändigere Bekämpfungsmethoden zur Anwendung kommen, wird die Böschung gegenwärtig versuchsweise mit Ziegen und Schafen beweidet – ein in der Schweiz noch kaum erprobter Ansatz. Die dafür eingesetzten Kamerunschafe eignen sich dank ihres geringen Gewichts optimal für den Einsatz in der Böschung. Eine erste Zwischenbilanz stimmt zuversichtlich; die jungen Triebe sind bei den Ziegen und Schafen beliebt und werden laufend abgefressen.


Übernahme Zertifikat Schweizer Holz

Beim Bau des neuen Werkhofs in Reichenburg hat die Linthebene-Melioration bewusst auf eine ausgewogene ökologische Entwicklung gesetzt. So stand bereits im frühen Planungsverlauf fest, dass die Tragkonstruktion der Halle und die Fassaden aus Holz gestaltet werden sollen. Der grösste Teil davon stammt aus Schweizer Wälder. Insgesamt wurden 93.4 % oder knapp 330 m3 Schweizer Holz verbaut. Dafür durfte die Bauherrschaft nun das Label Schweizer Holz entgegennehmen. Anlässlich der Übergabe nennt die Geschäftsführerin der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz einige weitere beeindruckende Kennzahlen; das im Werkhof verbaute Holz wächst in lediglich 17 Minuten nach und bindet rund 259 Tonnen des Treibhausgases CO2, die somit langfristig der Atmosphäre entzogen werden. Dies entspricht ungefähr der Menge, die 51 Schweizerinnen und Schweizer in einem Jahr produzieren. Der Entscheid für Schweizer Holz wurde in den Kommissionen gefällt, zum guten Gelingen haben aber auch Planer und Ausführende massgeblich beigetragen.


Abschluss des maschinellen Kanalunterhalts

Mit dem beginnenden Frühling und der erwachenden Vegetation hat die Linthebene Melioration den maschinellen Kanalunterhalt eingestellt. In den vergangenen Wintermonaten wurden an diversen Stellen die ursprünglichen Abflussprofile wiederhergestellt, indem die in das Profil einwachsenden Böschungswulste abgetragen und die Sohle von Schlamm befreit wurde. Durch die kaum vorhandenen Gefälle lagern sich die Feststoffe, die die Bäche aus den Einzugsgebieten mitführen, in den Kanälen des Werks ab. Dieses Material muss periodisch entnommen werden, um die Funktionsfähigkeit des Gewässernetzes auch in Hochwassersituationen zu gewährleisten.

Um die Unterhaltsmassen umweltverträglich auszuführen, werden die Arbeiten etappiert und an verschiedenen Gewässern ausgeführt. Schwerpunkte im Winterhalbjahr 2020/2021 waren Unterhaltsarbeiten linksseitig an der alten Linth oberhalb der Grynau, am Tuggenerkanal oberhalb der Siedlung, am Wildbachkanal in Buttikon, am Steinenbach in Uznach sowie an den Kanälen im Grindbühl, Schänis/Benken.   


Arthesischer Brunnen im Gebiet Forren

Seit einigen Wochen sind bei der Gemeinde Schänis wiederholt Meldungen wegen einer möglichen Gewässerverschmutzung im Forrenkanal eingegangen. Eine Abklärung durch einen Hydrogeologen ergab jedoch, dass es sich um einen sogenannten arthesischen Brunnen handelt. Voraussetzung dafür ist der Einstau eines Grundwasserleiters durch eine aufliegende, wasserundurchlässige Schicht. Im vorliegenden Fall tritt das gespannte Grundwasser aus der Sohle des Forrenkanals sprudelnd zu Tage. Bei der leichten Trübung handelt es sich um natürlich gelöste Stoffe aus dem Untergrund.

Die Linthebene-Melioration beobachtet die Entwicklung und führt in regelmässigen Abständen Messungen an der angrenzenden Strasse durch.


Biotoppflege Altlauf Tuggenerkanal

Durch den Bau der Autobahn A15 (früher A53) musste der Tuggenerkanal im Bereich des Autobahnanschlusses Tuggen verlegt werden. Zwischen der Kanalumleitung und der Autobahnauffahrt verblieb ein rund 40 m langer isolierter Altlauf, der seither von Niederschlag und zulaufendem Oberflächenwasser gespeist wird. Dank tonigem Untergrund ist der Weiher natürlicherweise gegen den Untergrund abgedichtet. Das durch Weiden beschattete Stillgewässer bietet ein wichtiges Habitat für Fauna und Flora.

Mittlerweile ist der Verlandungsprozess jedoch so stark fortgeschritten, dass in der Schilffläche nur noch kleinere Tümpel übriggeblieben sind. Die Linthebene-Melioration ist bestrebt, verschiedenartige Lebensraumtypen zu pflegen und aufzuwerten. Im Frühjahr 2021 hat die Werkgruppe deshalb die Verlandungen im Altlauf ausgebaggert und abgeführt. Durch das Modellieren von Flach- und Tiefwasserzonen finden hier künftig wieder verschiedene Artengruppen Schutz und Nahrung.


xeiro ag